Ein paar Gedanken zu David Bowie. Musik. Menschen. Meinungen. Und Bewertung.



Ich schlendere gerade durch die Innenstadt. Da komme ich an einem Musikgeschäft vorbei. David Bowie’s Anthology lacht mir entgegen. Nachdem ich keine Bowie Noten zu Hause habe, gehe ich rein.

 

“Entschuldigung, ich würde gerne einen Blick in das David Bowie Notenbuch werfen. Finde ich das auch im Geschäft oder nur in der Auslage?” Der Verkäufer, ein wenig verlegen aber sehr freundlich: “Nein, nur in der Auslage… aus aktuellem Anlass.” Ich: “Ja, leider!”, nehme das Buch entgegen und blättere schweigend darin.

Auf einmal bricht eine Diskussion im Geschäft los. Jeder der Anwesenden bekundet lautstark, dass er/sie mit Bowie’s Musik nichts anfangen kann und den Hype um ihn nicht verstünde. So-weit-so-gut. Musik berührt dich, oder nicht. Du stellst einen Bezug her, oder eben nicht. 

Aber wie steht es um die Bedeutung eines Künstlers in der Gesellschaft? Um den unauslöschlichen Abdruck, den er in der Geschichte hinterlässt? Um Türen und Tore, die er für andere Künstler öffnet? Um seinen Mut, kompromisslos zu seiner künstlerischen Vision zu stehen und daraus eine mehrere Jahrzehnte lang umspannende Karriere zu kreieren? Und in Bowie's Fall um seine Genialität weit über die Musik hinaus, wie zum Beispiel der Gang zur Börse mit seinem Musikkatalog?

Hinter jeder Musik steht ein Künstler – ein Mensch wie Du und ich. Ich finde Künstler-Biografien deshalb so faszinierend, weil sie mir zeigen, wie andere ihren Weg bestreiten. Wie sie ihren Hürden meistern. Egal, ob ich mit ihrem Schaffen in Resonanz gehe oder nicht. Ich habe Respekt vor ihrem Weg.

Als ich der Diskussion so lausche, denke ich über mich selbst nach. Ich lerne Klavier nach der Russischen Klavierschule. Meine Lehrmeister sind Bach, Beethoven, Chopin, Händel. Inspiration hole ich mir aus dem Popularbereich. David Bowie und Kate Bush waren meine ersten Musen. Ich selbst male musikalische Landschaften. Fantasien. Ich weiß noch nicht, wohin mich mein eigenes musikalisches Schaffen führt. Ist auch egal. Der Weg ist das Ziel.

Michael Jackson sagte einmal: 
"I wouldn't be happy doing just one kind of music or label ourselves. I like doing something for everybody. I don't like our music to be labeled. Labels are like… racism. I don’t categorize music. Music is music. How can we discriminate?”

Starke Ansage. Wollen wir uns nicht alle aus irgendwelchen Labels befreien?
 Richtig. Falsch. Gut. Schlecht. Schwarz. Weiß. Pop. Rock. Klassik. Entweder. Oder. Was ist wesentlich?


Da fällt mir ein, was ich heute Morgen im ‘Kurs in Wundern’ gelesen habe. Wie sehr unser Verstand fragmentiert. Aber dass Wahrheit total ist. 


Was nehme ich mir für mich mit? 
Ich selbst sein. Mich nicht in eine Kategorie pressen lassen. Dasselbe nicht mit anderen tun. Andere Meinungen und Geschmäcker gelten lassen. Und den Mut haben, zu meiner Vision zu stehen. 

 

Habt einen fabelhaften Tag. 

                                          xoxo,  Silvia

 

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